Kreta-Diät
Published June 5th, 2008 in UncategorizedDie Kreta-Diät, oft auch Mittelmeer-Diät genannt, ist eine Ernährungsform, die inspiriert ist von der traditionellen Küche in den verschiedenen Mittelmeer-Ländern, die umgangssprachlich oft als Mittelmeerküche bezeichnet wird; sie ist aber nicht mit dieser identisch. Die Ernährungsweise in diesen Ländern gilt als besonders gesund, da mehrere Studien in den vergangenen Jahrzehnten ergeben haben, dass die Bewohner der Mittelmeer-Regionen seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden und gerade die Menschen auf der Insel Kreta eine über dem europäischen Durchschnitt liegende Lebenserwartung haben.
Die als Mittelmeer-Diät publizierten Ernährungsempfehlungen entsprechen jedoch nicht der tatsächlichen Alltagskost in Ländern wie Spanien, Italien und Griechenland und auch nicht der heute üblichen auf Kreta. Die Bezeichnung ist vor allem ein Marketingbegriff von Autoren bzw. ein Schlagwort für eine bestimmte Ernährungsform.
Die unter dem Begriff Kreta-Diät oder Mittelmeer-Diät publizierten Ernährungsempfehlungen stellen eine spezielle Auswahl von Lebensmitteln dar, die im Mittelmeerraum regelmäßig gegessen werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Gemüse, Salat, Obst, Fisch, Knoblauch, wenig rotem Fleisch, der Verwendung von Olivenöl sowie täglich maximal einem Glas Rotwein. Die Zubereitungsempfehlungen unterscheiden sich jedoch stark von der traditionellen Mittelmeerküche, in der grundsätzlich reichlich Fett zum Braten verwendet und häufig Frittiertes gegessen wird. Durchschnittlich konsumiert jeder Einwohner Kretas 31 Liter Olivenöl pro Jahr.GEO Ausg. 04/2005, S. 33 Nur in Küstengebieten und auf Inseln dominiert tatsächlich der Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten; es wird auch deutlich mehr Wein konsumiert.
Es gibt Varianten der Mittelmeer-Diät, die speziell als Reduktionsdiät beworben werden, grundsätzlich handelt es sich jedoch um eine ausgewogene Mischkost, die als Dauerernährung konzipiert ist. Ohne entsprechende Kalorienreduzierung ist von dieser Kost keine Gewichtsabnahme zu erwarten.
Die erste Studie, die Hinweise auf eine besonders gesunde Lebensweise auf Kreta gab, war die sogenannte „Sieben-Länder-Studie“ von Ancel Keys in den 1950er und 1960er Jahren über einen Zeitraum von 15 Jahren. Dabei wurde die Häufigkeit von Gefäß- und Krebserkrankungen in mehreren Ländern untersucht. Die geringste Krankheitsrate gab es damals auf Kreta, außerdem war die Lebenserwartung der Menschen signifikant höher. Es gab kaum Fälle von Arteriosklerose und deutlich weniger Herzinfarkte als im Durchschnitt.WDR-Bericht zur Kreta-Diät Laut WHO starben in den 1980er Jahren in den USA fast 40-mal mehr Menschen an Erkrankungen der Herzkranzgefäße als auf Kreta.Quarks & Co. Aufgrund dieser Ergebnisse kamen Wissenschaftler zu der Überzeugung, dass die Ernährung hierfür ausschlaggebend sei, die daher in den Mittelpunkt des Interesses rückte. Vor allem dem reichlich verwendeten Olivenöl wurde gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben, da es den Cholesterinspiegel nicht erhöht.
Als weiterer Beleg für die gesundheitsfördernde Wirkung der Mittelmeer-Diät wird häufig die „Lyon Diet Heart Study“ in den 1990er Jahren genannt, bei der Herzinfarktpatienten in zwei Gruppen eingeteilt und vier Jahre lang beobachtet wurden; eine davon ernährte sich nach der Kreta-Diät. Als Ergebnis wurde ermittelt, dass die „Kreta-Gruppe“ weniger Reinfarkte erlitt und das kardiovaskuläre Risiko um 50 Prozent niedriger sei. Allerdings ergab diese Studie auch, dass diese Ernährungsform nicht wie erwartet den Cholesterinspiegel beeinflusste, auch nicht den Blutdruck und den Body-Mass-Index. Meistens wird auch nicht erwähnt, dass bei dieser Studie das Olivenöl teilweise durch Rapsöl ersetzt wurde, das in der Mittelmeerküche gar nicht verwendet wird. Rapsöl hat eine ganz andere Zusammensetzung als Olivenöl und enthält deutlich mehr Alpha-Linolensäure.Infos zur Lyon-Studie
Im Jahr 2003 veröffentlichten Forscher der Universität Athen (Antonia Trichopoulou u.a.) Ergebnisse, bei der die aktuellen Ernährungsgewohnheiten in Griechenland und anderen Ländern in Bezug gesetzt wurden zur Sterblichkeit und zu Herzerkrankungen. Dabei wurde festgestellt, dass ausgeprägte Mittelmeer-Kost die Lebenserwartung verlängert, und zwar bei einem 60-jährigen Mann statistisch um ein Jahr.Deutsche Ärztezeitung (2005) Nach einer amerikanischen Studie, deren Ergebnis 2006 veröffentlicht wurde, verringert diese Kost auch signifikant das Risiko, an Alzheimer zu erkranken.Deutsches Ärzteblatt (2006) Selten wird in Publikationen darauf hingewiesen, dass die griechische Studie zwar einen lebensverlängernden Effekt der Mittelmeer-Diät für Griechenland und Spanien zeigte, jedoch keinen für Menschen in Deutschland und der Niederlande, wenn sie sich gemäß dieser Kostform ernährten. Im Gegenteil starben deutsche Anhänger dieser Ernährungsweise statistisch sogar früher. Auf dieses Ergebnis wird in der Studie jedoch nicht näher eingegangen.Bericht der Welt: Die Mittelmeerdiät nützt nur am Mittelmeer (2005)
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